Schwimmendes Stativ

Der Gedanke zum Schwimmstativ kam mir vor 3 Jahren beim Schwimmen in einem Baggersee. Ich konnte mich auf ca. 15m. an eine Haubentaucherfamilie mit Jungen nähern. Im Wasser wird man offensichtlich nicht als Feind gesehen, die Fluchtdistanz ist deutlich geringer. Letztes Jahr machte ich die ersten Bilder mit der EOS3, 2,8/300 und 2er Konverter. Die 45 AF-Messfelder taten keine schlechte Arbeit, jedoch war ich nicht ganz zufrieden. Auch holte ich mir mitten im Sommer eine kräftige Unterkühlung.

Ich montierte einen Kiel an der Plattform, und erhoffte mir etwas mehr Stabilität im Wasser. Diesmal zog ich mir allerdings einen Neoprenanzug an. Eine aufblasbare Taucherweste bringt mich in eine höhere Position, so kann ich relativ leicht durch den Sucher sehen.

Nachdem mit der 10D und der gleichen Optischen Kombination die Brennweite auf 960 mm ansteigt, steigen aber auch die Probleme mit der Verwacklungsunschärfe.Auch ist es fast nicht möglich ohne Bodenkontakt den ganzen Aufbau ruhig zu halten. Das Focusieren wird zu einem Glücksspiel. Jeder Atemzug verschiebt den Aufbau. Am besten ging es noch in einer leichten Vorwärtsbewegung. Ich benutzte alle Messfelder, da die Trefferquote mit einem Feld noch schlechter war. Die Anzahl der Unscharfen Bilder war mir eindeutig zu hoch.

Ein befreundeter Modellbauer, half mit beim Bau der 2. Ausführung. 2 Kiele aus Styrodur Ca 15 * 60cm wurden mit Harz überzogen. Eine MDF-Platte mit 2 Aluwinkelleisten verstärkt trägt die Kamera. Die breite liegt bei etwa 1Meter.

Das Dach nähte ich aus einem alten Regenponcho, in den Glasfaserstäbe eingenäht wurden..Die Frontseite wird noch mit einem Tarnschal verschlossen. Bei diesem Aufbau liegt die Kamera noch tiefer. Das Stativ würde ohne Probleme ein 2,8/400 tragen. Auch die Stabilität dieses Aufbaus ist nun deutlich besser. Trotzdem bringt jede Welle Bewegung in die Sache.

Aber es gab noch andere Schwierigkeiten: Nach etwa 30 min. bekam ich einen Krampf im Fuß, äußerst unangenehm.

Auch ein Elterntier einer Schwanenfamilie in etwa 30 m. Entfernung war mit meiner Anwesenheit nicht ganz einverstanden.

Er kam zielsicher auf mich zu, und sein Gefieder wurde immer breiter. Sicherheitshalber flüchtete ich Richtung Ufer, um im Falle eines Angriffes die Kamera aufs Trockene zu bringen. Aber anscheinend war es ihm dann doch zu blöd, sich mit einem ‘Spinner’ wie mir anzulegen. Er drehte ab.

Noch etwas: um die Tiere nicht zu Stören benutze ich das Stativ nur an Seen, wo auch Badebetrieb herrscht.